Der Dom lässt mein Herz aufgehen

  • 9. März 2017
Anna ist 21 Jahre alt und zog 2013 für ihr Studium der Sozialwissenschaften von Berlin nach Köln. Nach einem Auslandssemester in China gab es innerhalb der Domstadt einen Wohnungswechsel nach Lindenthal. Mit ihrem großen Optimismus ist sie im Rheinland perfekt aufgehoben.

Warum ging es damals nach Köln und was gefällt dir an der Stadt?
Die große Veränderung, nach dem Abitur zuhause auszuziehen und auf eigenen Beinen zu stehen, werde ich immer mit Köln verbinden. Außerdem mag ich die Menschen hier. Sie sind verrückt, offenherzig und lebenslustig, oft auch hilfsbereit. Kurz gesagt: mir gefallen die Leute der Stadt mehr als ihre Architektur. Eine Ausnahme stellt natürlich der phänomenale Dom dar, der einen immer das Herz aufgehen lässt, sobald man ihn sieht. Und Köln bietet sehr viele Möglichkeiten zum Feiern, wovon alles schnell, oftmals sogar fußläufig, erreichbar ist. Da bin ich aus Berlin ganz anderes gewohnt.

Wie kamst du nach Lindenthal?
Nach meinem Auslandssemester wurde mir das Studentenwohnheim in Lindenthal zugewiesen, es war also reiner Zufall. Aber ich muss sagen, dass ich es besser nicht hätte antreffen können. Nicht nur, dass ich eine super WG habe. Die Uni ist um die Ecke, generell habe ich alles in unmittelbarer Nähe und Lindenthal ist eins der optisch schönsten Viertel. Ein riesiger Bonus ist auch der Stadtwald, zu dem ich nur fünf Minuten gehe.

Hast du hier etwas Skurriles erlebt, was auch bezeichnend für die Stadt ist?
Oh ja. Als ich mal auf der Schaafenstraße feiern war, durfte ich miterleben, wie schwule Männer zu verrückten 80ern und 90ern wie „Sing Hallelujah“ getanzt und ihren Booty geshaked haben. Allgemein haben mich die Stimmung und Offenheit der Schwulen wahrscheinlich positiv und nachhaltig beeindruckt.

Und deine schönste Erinnerung?
Als ich frisch von Berlin nach Köln gezogen bin und das erste Mal in meine eigene Wohnung kam, habe ich ein wenig Freiheit geschnuppert.

Wie schneidet Köln im Vergleich zu anderen Städten ab?
Ich vergleiche Köln jetzt mit Berlin, wo es deutlich mehr verschiedene, extremere Szenen gibt und die Leute etwas gemäßigter sind. Hier dagegen sind die Leute sehr offen.
Charmant ist auch der dörfliche Charakter, den Köln trotz der großen Einwohnerzahl hat. Damit geht auch die gute Erreichbarkeit einher. Mir gefällt auch, dass hier die Straßen enger sind. Und Köln hat natürlich den Rhein, der für mich ein perfekter Entspannungsort ist. Ach und das Wetter ist hier besser.

Was fällt dir als erstes ein, wenn du an Köln denkst?
Flache Skyline! Aus Berlin kenne ich ein paar mehr Hochhäuser. Hier kannst du von fast jedem Ort den Dom sehen, das finde ich super.

Welches Gefühl verbindest du mit Köln?
In erster Linie ein sehr wohliges, da es meine Heimat geworden ist und ich mich hier mehr zuhause fühle, als in meiner ursprünglichen Heimat. Weitere Gefühlsregungen sind Glück und Geborgenheit, das Gefühl von der Stadt aufgenommen zu sein. Es ist auf jeden Fall ein sehr positives Gefühl.

Was macht Köln für dich aus?
Klassischerweise der Dom und die Ringe. Der Dom, weil man ihn eben von überall sieht und Köln nun mal die Domstadt schlechthin ist, er das Wahrzeichen der Stadt ist. Die Ringe, weil ich dort schon viele gute Parties gefeiert habe und damit mein Studentenleben, das ich bisher hier verbracht habe, verbinde.