Die Welt ist ein Dorf und Köln der Marktplatz…

  • 15. März 2017
Carolin wohnt seit sechs Jahren in Köln und ist großer Reisefan. Als sie vor einigen Jahren Bangkok erkundete, hat sie Kathrin kennengelernt. Doch die beiden haben sich aus den Augen verloren, bis Köln ihr wieder gezeigt hat, wie klein die Welt doch eigentlich ist...

Ich heiße Caroline und bin 2011 mit 18 nach Köln gezogen, um meinen Bachelor hier zu machen. Im Rahmen meines Studiums war ein Auslandssemester im Jahr 2013 vorgesehen. Dadurch hatte ich die Möglichkeit nach Bangkok zu gehen. Dort konnte ich neben dem Studium auch durch das Land reisen. Auf einer meiner Reisen verlängerte ich meinen Aufenthalt um einen Tag und konnte dadurch nicht mit einem Direktbus zurück nach Bangkok fahren. So kam es, dass ich mit einem kleineren Bus zu einer Sammelstelle gebracht wurde, wo mehrere Touristen aus verschiedenen Orten auf den großen Anschlussbus nach Bangkok warteten. An dieser Sammelstelle fiel mir nach einer Weile ein junges Pärchen auf. Sie weinte und er versuchte sie zu beruhigen. Als ich bemerkte, dass die beiden deutsch sprachen, ging ich zu ihnen und fragte, was los sei. Sie erzählten mir, dass in der Nacht vor ihrer Abreise nach Bangkok ein Mann in ihr Zimmer eingebrochen ist und den Rucksack, indem sich ihr Geld, ihre Pässe und ihre Kamera befanden, geklaut hat. Der junge Mann hat noch versucht den Dieb zu verfolgen, jedoch ohne Erfolg. Nun waren sie verzweifelt, da sie kaum noch Geld hatten und nur noch die Bustickets zurück nach Bangkok hatten. Von dort aus wollten sie einfach weitersehen, da ihr Rückflug nach Deutschland erst zwei Wochen später ging. So lernte ich Kathrin und Max aus Münster kennen, in einer unfassbar verzweifelten Situation. Ich dachte mir in diesem Moment, dass, wenn ich in derselben Situation wäre, ich mich freuen würde, wenn mir jemand helfen würde. Also gab ich ihnen etwas Geld, genug für zwei bis drei Nächte für ein Hotel, Essen und die Taxifahrten zur Deutschen Botschaft in Bangkok.
Sie bedankten sich von ganzem Herzen und wir verabredeten uns für den nächsten Abend in der Nähe ihres Hotels. Als ich zu der Verabredung kam, erfuhr ich, dass sie Geld benötigten um vorläufige Reisepässe beantragen zu können, jedoch gleichzeitig Reisepässe benötigten, um sich, ohne ihre Kreditkarte, Geld zu schicken zu lassen. Eine weitere ausweglose Situation.
Also riefen sie ihre Eltern an, die Geld auf mein Konto überwiesen. Wir trafen uns wieder, ich hob das Geld ab und gab es ihnen, sie konnten ihre Reisepässe beantragen und ich gab ihnen meine Kamera, damit sie ihre Reise fortsetzen konnten und dennoch Erinnerungsfotos sammeln konnten. Am Ende ihrer Reise gaben sie mir die Kamera zurück und wir versprachen uns, dass wir uns in Deutschland wiedersehen würden. Sie waren mir sehr dankbar für das, was ich für sie getan hatte und versprachen mir, es niemals zu vergessen.
Wie das so ist, hatten wir noch eine Weile Kontakt, aber sahen uns nie wieder….

Vier Jahre später fing ich in Köln an in einer kleinen Eckkneipe zu arbeiten. An einem Abend legte ein Arbeitskollege von mir als DJ in der Bar auf und seine Freundin kam ihn besuchen…. Als ich sie sah konnte ich es kaum glauben…es war Kathrin, die ich damals in Bangkok kennengelernt habe. Sie erkannte mich auch wieder und wir fielen uns regelrecht in die Arme, wir konnten es beide einfach nicht fassen. Wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass das passieren konnte?
Bei einem Kölsch redeten wir darüber, was alles passiert war und ich erfuhr, dass sie die Geschichte aus Bangkok noch heute erzählt. Dabei nennt sie mich ihren persönlichen Engel.
Jetzt sehen wir uns regelmäßig und können es immer noch nicht ganz fassen, dass musste Schicksal sein.
Die Welt ist zwar klein, aber sowas ist nur in Köln möglich! Diesen Moment, als Kathrin vor mir stand, in dieser kleinen Bar in Köln, werde ich nie vergessen. Das ist die Magie dieser wunderbaren Stadt, in der einfach alle irgendwie zusammenkommen.