Hier sind alle Nationen vertreten und alles ist cool

  • 14. Februar 2017
Ali ist 24 Jahre alt, arbeitet im Einzelhandel und wohnt inzwischen seit drei Jahren in Köln. Eigentlich wohnt er in Ehrenfeld, wir haben ihn an seinem Arbeitsplatz in Deutz getroffen und nach seiner Meinung über die Schäl Sick gefragt. In Köln hat er schon vieles erlebt, auch etwas, auf das er gerne verzichtet hätte…

Ali, was fasziniert Dich an Köln?
Ich mag Köln besonders im Sommer, weil sich dann immer so viel draußen auf der Straße abspielt. Man kann in den Parks sehr viel machen, sich einfach auf der Straße aufhalten und mal ein Bierchen trinken. Oder einfach mit dem Fahrrad fahren. Es gibt so viele Möglichkeiten.

Du bist berufsbedingt viel in Deutz – was gefällt Dir an dem Viertel?
Also Deutz ist ja schon irgendwie die falsche Rheinseite… aber ich finde es super gut, dass es hier so multikulturell ist. Hier sind echt alle Nationen vertreten und wohnen einfach nebeneinander und alles ist cool.

Was macht Köln für Dich besonders im Vergleich zu anderen Großstädten?
Ganz klar: die Offenheit der Leute. Alle sind super locker, das gefällt mir sehr gut. Die Menschen sind nicht so auf sich selbst fixiert und nicht für sich alleine, wie in anderen Städten. Das ist schon etwas, das in Köln oder bei den Kölnern heraussticht, wenn man neu hier herkommt. Alle sind total aufgeschlossen.

Welcher Ort macht Köln für Dich aus?
Das sind für mich eigentlich mehrere, also alle Parks, die es so in Köln gibt. Ich mag Parks, ich mag die vielen Grünflächen hier mitten in der Stadt. Besonders im Sommer finde ich es super meine Zeit in einem der vielen Parks zu verbringen. Und da gibt es ja echt mehr als genügend Möglichkeiten: rumliegen, lesen, grillen. Bis vor kurzem habe ich sogar noch im Park gearbeitet, weil ich im Außendienst tätig war. Da habe ich mich häufig schön mit meinem Laptop in den Park gesetzt und da ganz entspannt gearbeitet.

Was war bisher Dein skurrilstes Erlebnis hier in Köln?
Ich wurde mal mit einer Waffe bedroht und ausgeraubt. Ich glaube, das würde ich als mein skurrilstes Erlebnis hier bezeichnen, das ich niemandem wünsche.

Ja dann erzähl mal!
Also ich war in der Heimat und kam wieder in Köln am Hauptbahnhof an und wollte von da aus weiter nach Hause fahren. Ich ging dann Richtung Breslauer Platz und da kamen plötzlich zwei Kerle auf mich zu. Der eine von denen hat dann eine Waffe aus seiner Jacke gezogen und gesagt: „Ich will dein Handy und dein Portemonnaie!“ Das hab ich denen natürlich sofort gegeben und die beiden sind direkt wieder gegangen. Ich habe sofort die Polizei gerufen und hatte noch gesehen, wie die beiden Kerle beim Weggehen irgendwas in den Mülleimer geworfen hatten. Das war dann wiederum ein bisschen lustig, als die Polizisten aus der Mülltonne eine Spielzeugpistole aus Plastik gefischt haben. Aber das konnte ich ja vorher nicht wissen. Du bist in dieser Situation erstmal nur froh, wenn die dir nichts tun und einfach wieder abhauen.

Hoffentlich fällt dir dennoch etwas anderes als erstes ein, wenn du an Köln denkst?
Na klar. Zuallererst denke ich an Ehrenfeld. Wenn ich abends mal feiern gehen will, dann ist da alles innerhalb von zwei Minuten für mich fußläufig zu erreichen. Das gefällt mir schon sehr gut. Zum Leben ist es für junge Leute perfekt dort.
Und ansonsten auf jeden Fall der Karneval. Das kannte ich vorher in dem Ausmaß nicht.

Welches Gefühl verbindest Du denn mit Köln?
Ein positives und heimatliches. Das kann ich auch gar nicht genau erklären, wieso ich das empfinde. Ich fühl mich einfach wohl hier!