Ich finde es angenehm, mich nicht verstellen zu müssen.

  • 23. Januar 2017
David ist 24 Jahre alt, studiert Erneuerbare Energien an der TH Deutz und wohnt seit 2013 in Köln, war aber zwischendurch mal ein Jahr in Brasilien zum Austauschsemester. Er wohnt und wohnte schon immer in der Neustadt-Süd und hat uns erzählt, warum er Köln so mag:

 

David, was würdest du als eine besondere Eigenschaft von dir bezeichnen?

Spontan möchte ich behaupten, dass ich sehr ehrlich bin. Wobei es schwierig ist, sich selbst einzuschätzen und das besser andere Menschen tun sollten.

  

Warum magst du Köln?

Für mich ist Köln eine aufregende Stadt. Es ist ständig was los und wegen der Universität leben hier viele junge Leute, wodurch man als junger Mensch auch nicht das Gefühl hat, sich verstellen zu müssen. Ganz im Gegenteil – man hat alle Freiheiten das zu tun, worauf man Lust hat, ohne dass man sich darüber viele Gedanken machen muss, ob das auch wirklich in Ordnung ist.

  

Du wohnst in Deutz, der oftmals verpönten Schäl Sick – was gefällt dir daran?

Um ehrlich zu sein mag ich die rechte Rheinseite Kölns eigentlich nicht besonders. Nichtsdestotrotz ist Deutz mit seinen vielen Studenten und Berufsschülern eine sehr bewegte Gegend und so etwas wie der Meeting-Point der Schäl Sick.

  

Was macht Köln für dich besonders im Vergleich zu anderen Großstädten?

Es ist eine Art Freiheitsgefühl, das ich aus Nürnberg und dem Süden, wo ich gebürtig herkomme, so nicht kenne. Dort ist alles deutlich konservativer als hier. Ich finde es angenehm, mich hier nicht verstellen zu müssen und einfach die Dinge zu tun, auf die ich Bock habe und die mir Spaß machen. Das macht für mich den entscheidenden Unterschied, zum Beispiel zu München, weswegen ich da nicht gerne wohnen würde – dafür bin ich hier auch viel zu glücklich.

  

Welcher Ort macht Köln für dich aus?

Der Volksgarten ist mein absoluter Lieblingsort. Ich verbringe dort sehr viel Zeit, vor allem im Sommer, wenn es warm ist. Es ist ein wunderschönes Fleckchen Natur mitten in der Stadt und ich kann dort sehr angenehm Zeit mit den Dingen verbringen, die ich so gerne tue. Mir gefällt die Möglichkeit zur Abwechslung – du kannst joggen gehen, einfach auf der Wiese chillen, Tischtennis spielen oder dir ein Tretboot mieten. Letzteres kann ich bei gutem Wetter nur empfehlen, es ist echt witzig und man hat mal eine andere Perspektive.

 

Was war bisher dein schönstes Erlebnis hier in der Stadt?

Passenderweise verbinde ich damit ebenfalls den Stadtgarten. Ich saß im Sommer alleine auf der Wiese, bis jemand Wildfremdes zu mir kam und mich fragte, ob er sich zu mir setzen könne. Im ersten Moment war ich schon ein wenig verdutzt, aber ich wollte auch nicht unhöflich sein, weswegen ich bejahte. Im Endeffekt hingen wir gemeinsam völlig ungezwungen ein paar Stunden ab und haben uns super nett unterhalten.

Ich fand das echt bemerkenswert, so etwas war mir vorher noch nie passiert. Ein völlig Fremder fragt mich einfach so nach meiner Gesellschaft, das hat mich in gewisser Weise beeindruckt und bleibt mir in Erinnerung.

  

Wenn du an Köln denkst, was fällt dir da als erstes ein?

Mein Studium und Kölsch, wobei das eine mit dem anderen natürlich nichts zu tun hat (lacht). Das haben bestimmt schon viele gesagt, aber das Bier gehört einfach zur Stadt dazu. Allerdings kann ich nicht leugnen, dass auch ein wenig Heimweh dabei ist.

  

Welches Gefühl verbindest du mit Köln?

Es ist eine Mischung aus einer kleinen Abenteuerlust, weil ich hier tatsächlich immer wieder neue Leute kennenlerne und auch dem Gefühl, mich selbst durch und mit dieser Stadt noch einmal neu kennenzulernen. Das besondere an der Stadt bzw. ihren Menschen ist die Mentalität und die direkte Art, wodurch man sehr schnell erfährt, was andere Leute über einen denken. Ich find das gar nicht schlimm, sondern im Gegenteil, man wird völlig unabhängig von seiner Herkunft wahr- und aufgenommen. Ich kann mich hier frei entfalten und dafür ist Köln der absolut perfekte Ort.