Köln ist ganz schön quirlig.

  • 14. Januar 2017
Sabine ist 51 Jahre alt und arbeitet als Floristin auf der Deutzer Hauptstraße in einem Blumenladen. Warum sie Köln so sehr mag und dennoch nicht hier wohnt, erzählt sie uns:

Warum magst Du Köln?
Weil es so quirlig ist. Hier ist immer was los, ganz ehrlich, manchmal auch zu viel. Aber es wird nie langweilig, weder die Stadt an sich, noch die Leute die hier rumlaufen.

Und trotzdem lebst Du in Leverkusen?
Ich fühle mich in Köln super wohl. Ich fühle mich hier sogar mehr zu Hause als in Leverkusen. Der einzige Grund, weshalb ich hier nicht wohne, ist der finanzielle Aspekt. Es ist mir hier einfach zu teuer.

Warum magst Du Deutz?
Weil es noch Innenstadt ist, aber nicht direkte Innenstadt. Also Deutz ist für mich die perfekte Mischung. In der Innenstadt, also auf der anderen Rheinseite, ist es schon sehr touristenlastig, denen kann man da kaum aus dem Weg gehen. Und hier in Deutz ist man mittendrin und ist trotzdem größtenteils von ansässigen und echten Kölnern umgeben, die hier ihr ganz normales Leben führen. Das gefällt mir sehr gut, hier fühle ich mich wohl.

Was macht Köln für Dich besonders im Vergleich zu anderen Großstädten
Ganz klar: die Mentalität! Also in Düsseldorf und München würde ich allein aufgrund deren Mentalität gar nicht wohnen wollen. Berlin wiederum ist mir einfach zu hektisch, das wäre auch nichts für mich. Und Köln ist von allem das goldene Mittelmaß, auch wegen des rheinischen Frohmuts. Das passt sehr gut.

Welcher Ort macht Köln für Dich aus?
Grundsätzlich der Dom, also auch wenn ich grad gesagt habe, dass mir an der Innenstadt nicht alles gut gefällt, aber der Dom ist schon was Besonderes und zeichnet Köln aus.

Was war bisher Dein skurrilstes Erlebnis hier in Köln?
Also eigentlich passieren hier immer wieder ganz viele völlig ungewöhnliche Sachen tatsächlich, an die man so gar nicht denken würde. Zum Beispiel kam hier vor kurzem ein Herr in den Laden, der suchte seinen Rollstuhl. Am Tag zuvor stand ein Rollstuhl hier auf der Straße, vor dem Laden nebenan, aber ich dachte mir, so dringend kann der Besitzer oder die Besitzerin ja nicht auf den Rollstuhl angewiesen sein, wenn der hier einfach so rumstehen kann. Auch als ich abends den Laden zugemacht habe und der Rollstuhl immer noch draußen stand, habe ich mir keine weiteren Gedanken dazu gemacht. Am nächsten Tag kam dann jemand in den Laden, der diesen Rollstuhl suchte. Ich war schon ziemlich verwirrt, weil ich mir kaum vorstellen konnte, wie man seinen Rollstuhl vergessen kann.
Das sind so Sachen, die passieren einem wirklich nur in Köln, sowas passiert in keiner Kleinstadt! Wie man seinen Rollstuhl vergessen kann, ist mir ein Rätsel, aber kann wohl passieren (lacht).

Wenn Du an Köln denkst, was fällt Dir da als erstes ein?
Der Dom. Er ist es! Da gibt’s für mich auch gar keine andere Möglichkeit, da brauch ich gar nicht drüber nachzudenken.

Welches Gefühl verbindest Du mit Köln?
So ein warmes, heimatliches Gefühl. Es ist lustigerweise so, wenn ich aus dem Urlaub nach Hause komme und fahre dann in Richtung Köln und kann die Domspitzen sehen, dann bin ich auch zu Hause. Dieses Gefühl habe ich in Leverkusen nicht, obwohl ich dort wohne.