Tach mein Lieber

  • 6. Februar 2017
Ernst arbeitet seit 36 Jahren als Obst- und Gemüsehändler in Köln-Nippes. Seine kleine Bude auf dem Flora-Plätzchen ist schon seit mehreren Generationen ein Familienbetrieb. Im Interview erzählt er, warum ihn keine zehn Pferde aus Köln wegkriegen…

Warum mögen Sie Köln?
Köln ist meine Heimat. Hier bin ich geboren und aufgewachsen. Hier arbeite ich seit 36 Jahren, sogar an ein und demselben Ort in Nippes. Damit bedeutet Köln mein Leben – und da ich damit sehr zufrieden bin, mag ich auch Köln.

Wie würden Sie Ihr Gefühl für Köln beschreiben?
Ich würde sagen, die Menschen hier können sich gut leiden. Aber es ist schwer zu beschreiben. Wenn du morgens früh in die Markthalle gehst, da triffst du auf 20 verschiedene Nationen. Alle sprechen unterschiedliche Sprachen und kommen aus verschiedenen Kulturen und trotzdem: wir verstehen uns alle. Das ist Köln!

Was zeichnet demnach die Menschen der Stadt aus?
Die Menschen in Köln sind einzigartig, da fehlen mir glatt die Worte. Wir können uns alle miteinander unterhalten, kommen gut aus. Wir sind quasi eine große Familie. Zumindest ist das so in der Markthalle. Und so ist das hier in Nippes, wo ich meinen Stand habe, eben auch. Für mich steht das stellvertretend für alle Kölner.

Welcher Ort macht Köln besonders aus?
Da gibt es keinen speziellen Ort, Köln als ganze Stadt ist einzigartig. Für mich persönlich ist natürlich die Markthalle ein besonderer Ort. Das ist mein ganzes Leben. Und natürlich auch Nippes und die Innenstadt, wo ich wohne. Also wenn du mich nach Hamburg oder sonst wohin verfrachten würdest, da wäre ich innerhalb von drei Tagen wieder hier.

Was bedeutet für Sie Köln und „das kölsche Gefühl“?
Ich finde, die Menschen hier im Rheinland machen Köln einfach aus. Jeder ist offen und humorvoll. Spaß wird anerkannt und es wird alles nicht so eng gesehen. In anderen Städten musst du dich erstmal an das dortige „Gefüge“ der Menschen anpassen. Hier ist das anders. Hier sagst du einfach, egal wer du bist ‚Tach mein Lieber‘. Keiner fühlt sich auf den Schlips getreten. Das verstehe ich unter dieser Offenheit, die die Stadt prägt.