Unter Kölnern kann man sich alles erzählen …

  • 24. Januar 2017
Inge ist 75 Jahre alt und wohnt in Longerich. Aufgewachsen ist sie in einem Heim in Kalk, ihre Wurzeln liegen aber in Ehrenfeld. Im Interview erzählt die agile Frohnatur, warum ihr Herz für die Domstadt schlägt ...

Woher rührt Ihre Liebe zu Köln?
Ich bin ein echtes „Ihrefelder Mädche“, bin also in Ehrenfeld geboren und großgeworden und wohne inzwischen in Longerich. An Köln hängt mein Herz! Und ich liebe die Mentalität der Menschen hier. Wir haben einen besonderen Humor und sind originell. Für mich sind die Kölner wunderbar!

Was macht denn die Domstädter so einzigartig?
Mir treten die meisten Kölner liebenswert entgegen, sie sind nett, freundlich und immer aufgeschlossen. Außerdem zeichnet uns eine große Toleranz aus! Hass zwischen einzelnen Kulturen gibt es bei uns eher selten. Man kann gut erkennen, dass verschiedene Nationen in dieser Stadt sehr gut miteinander auskommen. Das habe ich persönlich in meiner Zeit in Chorweiler, einem Treffpunkt unterschiedlichster Kulturen und Mentalitäten, erlebt. Eines Abends im Sommer war ich im Park spazieren und ging an den vielen grillenden Menschen vorbei. Durch den leckeren Duft habe ich selbst Hunger bekommen und habe einer Gruppe bekundet, wie gut das bei ihnen doch rieche, woraufhin ich prompt zum Mitessen eingeladen wurde. Das gibt es auch nicht überall!

Gibt es außer den Menschen noch etwas, das Köln besonders macht?
Es sind in erster Linie die Menschen, die für dieses spezielle Gefühl in der Stadt sorgen. Ich liebe die kölsche Sprache und das kölsche Herz! Wir sind auf der ganzen Welt für unsere besondere Art bekannt und größtenteils beliebt. Und natürlich steht der Dom für diese Stadt, wie wohl kaum etwas Anderes! Wenn ich mal im Urlaub bin, dann freue ich mich immer wieder, wenn ich nach Hause fahre und den Dom wiedersehe. Das mag sich vielleicht verrückt anhören, aber, wenn ich den Dom nicht sehen kann, werde ich krank! Weit verreise ich deswegen auch nicht, ich bin an Köln gebunden!

Welcher ist Ihr persönlicher Lieblingsort?
Mein Geburtsort Ehrenfeld, womit ich sehr viele und schöne Erinnerungen verknüpfe. Manchmal fahre ich dort mit der Bahn entlang und bekomme immer noch jedes Mal ein ganz komisches Gefühl, ich spüre eine besondere Verbundenheit mit diesem Veedel. Dort bin ich geboren und dort will ich eigentlich irgendwann wieder hin. Auch wenn ich mich in Longerich ebenfalls sehr wohl fühle und besonders die Menschen hier mag – dieses einzigartige Heimatgefühl, wie ich es in Ehrenfeld habe, kommt hier nicht auf.

Wenn Sie an Köln denken, was für ein Gefühl überkommt Sie?
Ich denke an den Karneval, das lustige und gesellschaftliche Gemüt, das uns auszeichnet. Unter Kölnern kann man sich auch alles erzählen, ich fühle mich hier geborgen. Köln ist die Liebe meines Lebens und meine Heimat!