Wir Kölner sind einfach gestrickt

  • 15. Februar 2017
Frau Wischnewski ist 65 Jahre alt und betreibt seit 24 Jahren einen Kiosk in Longerich. Auch wenn sie mit ihrem Mann in Vogelsang lebt, fühlt sie sich in Longerich zuhause. Im Interview erzählt sie, warum sie Köln nie verlassen würde…

Was mögen Sie an Köln?
Ich bin Kölnerin und ich mag einfach alles an Köln, alles was dazu gehört. Die Menschen, den Dom, den Rhein und natürlich den Effzeh!

Was macht denn für Sie einen typischen Kölner aus?
Wir Kölner sind einfach gestrickt. Wir können alle gut mit Menschen umgehen und sind unkompliziert! Wir kommen generell erstmal mit jedem gut aus, egal woher er kommt

Haben Sie einen persönlichen Lieblingsort in Köln und wenn ja, verraten Sie uns den auch?
Ich würde sagen Longerich! Ich wohne zwar eigentlich in Vogelsang, aber unser Kiosk ist in Longerich und ich finde es hier einfach sehr schön. Das Viertel liegt zwar nicht mitten in der Stadt, aber es ist sehr zentral und es bietet alles, was man braucht, ob Ärzte, Banken, Bäcker oder Supermärkte – es ist alles vorhanden und gleich um die Ecke. Durch den Kiosk haben wir sehr viel mit Kunden zu tun und die Menschen in diesem Veedel sind sehr nett, das Zusammenleben ist sehr schön. Hier kennt man sich mindestens vom Sehen, viele Familien leben hier schon seit mehreren Generationen.  Von meinem Kiosk kann ich mich auch nicht trennen. Man wird hiervon nicht reich, aber die Arbeit im Kiosk mit den Kunden macht mir einfach Spaß! Meine Kinder sagen manchmal: ‚Mama, du bist doch bekloppt‘, womit sie vielleicht auch nicht unrecht haben, aber hier hängt mein Herz dran.

Wenn Sie an Köln denken, welches Gefühl verbinden Sie mit der Stadt?
Heimat. Und Familie, wovon der Großteil ebenfalls in der Stadt lebt. Die Familie und Freunde in Köln sind auch ein Grund dafür, dass ich hier niemals wegziehen würde. Ich persönlich bin auch kein Mensch, der gerne durch die Welt reisen würde. Ich bin einfach so! Ich war auch noch nie in einem Flugzeug, möchte ich auch nicht.

Wenn Sie an Köln denken, was fällt Ihnen als erstes ein?
Wie sagen mein Mann und ich immer so schön: der Dom!

Was haben Sie in Ihrem Kiosk in Köln schon skurriles erlebt?
Ein Kind hat seiner Oma mal 100 DM geklaut und wollte sich und seinen Freunden hier im Kiosk Süßigkeiten kaufen. Ich habe mir direkt gedacht, dass da etwas nicht stimmt und hab versucht, diplomatisch zu reagieren: Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm keine Süßigkeiten verkaufe, aber sich jeder eine Kleinigkeit aussuchen darf, wenn er das Geld wieder nach Hause bringt. Später habe ich dann gehört, dass er das Geld tatsächlich seiner Oma aus dem Portemonnaie gestohlen hatte.